Nase: Ausgesprochen fruchtbetont, lebendig und einladend. In der Nase zeigt der Linkwood sofort eine saftige, vinöse Fruchtigkeit mit Anklängen von Traubensaft, Pfirsich und Apfelgelee. Dazu kommt eine schöne fruchtige Süße, die dem Whisky viel Charme und Offenheit verleiht. Im Hintergrund blitzt zudem ein wenig Zitruszeste auf, was dem Aroma zusätzliche Frische und eine feine, leicht belebende Spannung gibt. Mit zunehmender Zeit im Glas wird die Frucht immer intensiver und gleichzeitig heller im Charakter, was den Whisky sehr ausdrucksvoll und vielschichtig wirken lässt.
Geschmack: Der Antritt ist zunächst scharf und fordernd, was die hohe Alkoholstärke direkt spürbar macht. Ab dem zweiten Schluck zeigt sich der Whisky jedoch deutlich runder und weicher, wodurch seine eigentliche Balance besser zur Geltung kommt. Am Gaumen dominieren dann dunkle Trauben und reifer Pfirsich, die an die fruchtigen Noten der Nase anknüpfen, allerdings insgesamt weniger süß wirken. Gerade das macht den Whisky interessant, denn die Frucht bleibt präsent, ohne ins Überladene zu kippen. Dazu kommt eine feine Note von etwas zu lang karamellisiertem Rohrzucker, die eine leicht herbere, beinahe dezent angebrannte Süße einbringt. Zum Ende hin wird der Whisky zunehmend trockener, was dem Profil Struktur und einen sauberen Abschluss verleiht.
Abgang: Mittellang und stimmig. Die fruchtige Süße klingt nach und nimmt allmählich ab, bevor der Whisky in eine spürbare Trockenheit übergeht. Das Finish wirkt dabei eher elegant als opulent und rundet den Gesamteindruck schlüssig ab.
Anmerkung: Der Linkwood 17 Jahre ist ein fruchtbetonter, ausdrucksstarker und elegant gebauter Whisky, bei dem das Weinfass klare Spuren hinterlässt, ohne den Brennereicharakter völlig zu überdecken. Besonders die intensive Frucht von Traubensaft, Pfirsich und Apfelgelee prägt das Bild und sorgt für einen charmanten, zugänglichen ersten Eindruck. Am Gaumen zeigt er sich dann etwas ernster, weniger süß und mit einer schönen Entwicklung hin zu mehr Rundheit und Trockenheit. Die Kombination aus heller und dunkler Frucht, einem Hauch Zitruszeste sowie der leicht herben Note von karamellisiertem Rohrzucker macht ihn spannend und eigenständig. Insgesamt ein gelungener, gut strukturierter Dram mit deutlichem Weinfasseinfluss, schöner Frucht und trockenem Ausklang.