Nase: Trocken, dunkel und bemerkenswert reif wirkend. In der Nase zeigt sich zunächst alter, trockener Sherry, der sofort eine ernste, tiefgründige und fast schon leicht staubige Eleganz vermittelt. Dazu kommen Noten von speckigem, abgegriffenem Leder, die dem Whisky viel Charakter und eine angenehm rustikale Patina verleihen. Im Hintergrund liegt eine feine Spur Milchschokolade, eher zurückhaltend, aber wirkungsvoll als weicher Kontrapunkt zu den trockenen und ledrigen Tönen. Für einen Williamson beziehungsweise Laphroaig wirkt der Torfrauch zunächst erstaunlich dezent, hält sich eher im Hintergrund und überlässt dem Fass zunächst die Bühne. Mit etwas Zeit und Wärme im Glas öffnen sich dann zusätzliche Fruchtnoten, insbesondere Pflaumen, und auch der Torfrauch tritt danach deutlicher hervor.
Geschmack: Kraftvoll, kompromisslos und deutlich torfiger als die Nase zunächst vermuten lässt. Am Gaumen kommt sofort die volle Breitseite Laphroaig-Torfrauch: intensiv, jodhaltig, medizinisch und mit jener markanten, unnachahmlichen Islay-Wucht, die man von dieser Brennerei erwartet. Erst danach zeigt sich eine eher verhaltene Süße, die zusammen mit dem alten Sherry für eine trockene, würzige Tiefe sorgt. Erneut treten Ledernoten hervor, die das Profil weiter verdunkeln und ihm zusätzliche Reife verleihen. Dazu gesellen sich ein paar Raspel Milchschokolade, die kurz etwas Milde hineinbringen, bevor der Whisky zunehmend trockener wird und sich wieder stärker auf Rauch, Sherry und würzige Fassnoten konzentriert.
Abgang: Sehr lang, wärmend und trocken. Der Nachklang hält außergewöhnlich lange an und bleibt dabei klar von altem Sherry und abgegriffenem Leder geprägt. Der Rauch schwingt lange mit, wirkt aber weniger laut als am Gaumen und fügt sich tief in das trockene, reife Gesamtbild ein. Ein Finish mit viel Präsenz, Wärme und Nachdruck.
Anmerkung: Der Williamson ist ein ausdrucksstarker, erwachsener und eher düsterer Vertreter seiner Art. Die Nase wirkt zunächst trocken, ledrig und sherrylastig, während der Gaumen dann mit einer massiven Laphroaig-Torfrauch-Welle auftrumpft. Gerade dieser Kontrast macht den Whisky besonders spannend. Alter, trockener Sherry, abgegriffenes Leder, medizinischer Torfrauch, Pflaumen und etwas Milchschokolade formen ein komplexes, tiefes und charaktervolles Profil, das weniger auf gefällige Süße als auf Reife, Struktur und Intensität setzt. Insgesamt ein sehr markanter Dram mit starker Persönlichkeit – trocken, rauchig, ledrig und wunderbar kompromisslos.