Nase: Sofort ein satter, dunkel-fruchtiger Eindruck: vollreife, fast pralle Weintrauben treffen auf Waldfruchtmarmelade. Das wirkt dicht und „klebrig“ wie ein Dessertteller, auf dem ein Klecks Mascarpone liegt, bestreut mit feinen Schokostreuseln. Die Süße ist dabei nicht schrill, sondern rund und cremig. Nach und nach verflüchtigen sich die Früchte und es bleibt zarte Milchschokolade.
Geschmack: Kräftiger Start mit spürbarem Druck: zuerst eine angenehme, dunkle Fruchtsüße, die den Mund schnell auskleidet. Die Textur wirkt voll und rund, ohne schwer zu werden. Die fruchtige Süße kippt recht rasch in eine würzigere Richtung. Im weiteren Verlauf gleitet diese Würze allmählich in Schokolade über: erst wie kakaohaltige Schokolade, dann zunehmend milchiger und weicher. Insgesamt ein schöner Spannungsbogen von Frucht → Kräuterwürze → Schokolade.
Abgang: Lang und wärmend. Zunächst bleibt noch einmal fruchtige Süße am Gaumen haften, bevor die würzige, leicht kräuterige Seite wieder deutlicher wird. Gegen Ende wird es etwas trockener, als würde sich die Frucht zurückziehen und Platz für eine feinere, herbere Kontur machen. Die Wärme bleibt angenehm und trägt den Ausklang.
Anmerkung: Ein klar Ruby Port-geprägter Blair Athol, der mit dunkler, reifer Frucht startet, dann über eine kräuterige Würze in eine schokoladige Tiefe übergeht. Opulent im Auftakt, strukturiert im Mittelteil und mit langem, wärmendem Finish, das zum Schluss leicht trocken ausläuft.