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Reserve Gin / Barrel Aged Gin

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Wissenswertes über Reserve Gin / Barrel Aged Gin

Reserve Gin oder Barrel Aged Gin ist eine faszinierende und noch relativ junge Kategorie in der Welt des Gins, die sich durch ihre Reifung in Holzfässern von klassischen Gins abhebt. Während Gin traditionell als klare, ungereifte Spirituose bekannt ist, bringt die Lagerung im Fass ganz neue Aromen und Facetten ins Glas. In den letzten Jahren hat dieser Stil immer mehr Liebhaber gefunden – sowohl unter Genießern als auch bei kreativen Bartendern. Doch was macht Reserve Gin so besonders? Wie wird er hergestellt, wie schmeckt er und wie genießt man ihn am besten? Hier findest du alles Wissenswerte rund um Barrel Aged Gin.

Was ist Reserve Gin / Barrel Aged Gin?

Im Gegensatz zu klassischen Gins, die nach der Destillation direkt abgefüllt werden, reift Barrel Aged Gin für mehrere Wochen bis Monate (manchmal sogar Jahre) in Holzfässern. Diese Fässer können neu sein oder zuvor andere Spirituosen wie Whisky, Sherry, Rum oder Wein enthalten haben. Durch diese Lagerung nimmt der Gin nicht nur Farbe an – meist ein goldener bis bernsteinfarbener Ton –, sondern entwickelt auch komplexe Geschmacksnoten, die an gereifte Spirituosen erinnern.

Der Begriff „Reserve“ wird dabei oft synonym zu „Barrel Aged“ verwendet und soll auf die besondere Qualität und Reifezeit hinweisen.

Herstellung: Tradition trifft Innovation

Die Herstellung von Reserve Gin folgt zunächst dem klassischen Prozess:

  • Destillation:
    Ein hochwertiger Basisgin wird aus Neutralalkohol und einer Auswahl an Botanicals (Wacholder, Zitrusfrüchte, Kräuter, Gewürze etc.) destilliert.
  • Fasslagerung: Der fertige Gin wird anschließend in Holzfässer gefüllt. Die Wahl des Fasses ist entscheidend für das spätere Aroma:
    Eichenfässer:
    Am häufigsten verwendet; sie geben Vanille-, Karamell- und Röstaromen ab.
    Ex-Whisky-, Ex-Rum-, Ex-Sherry-Fässer: Bringen zusätzliche Noten von Malz, Trockenfrüchten oder Süße ins Spiel.
  • Reifezeit:
    Je nach gewünschtem Ergebnis lagert der Gin zwischen wenigen Wochen und mehreren Jahren im Fass.
  • Abfüllung:
    Nach der Reifung wird der Barrel Aged Gin meist ungefiltert abgefüllt – so bleiben möglichst viele Aromen erhalten.

Manche Hersteller experimentieren mit verschiedenen Fasstypen oder kombinieren mehrere Fässer („Cask Blending“), um besonders vielschichtige Produkte zu kreieren.

Geschmack & Charakter

Barrel Aged Gins zeichnen sich durch ein einzigartiges Aromaprofil aus:

  • Farbe:
    Von blassem Gold bis tiefem Bernstein – je nach Fassart und Lagerdauer.
  • Aromen:
    Neben den typischen Wacholder- und Botanicals-Noten treten Vanille, Honig, Karamell, Eiche, Gewürze (Zimt, Nelke), getrocknete Früchte oder sogar rauchige Anklänge hinzu.
  • Mundgefühl:
    Oft weicher und runder als klassische Gins; manchmal fast cremig mit langem Abgang.
  • Komplexität:
    Die Kombination aus frischen Botanicals und gereiften Fassnoten macht Reserve Gins besonders spannend für Genießer.

Im Vergleich zu klassischem London Dry oder New Western Gin wirken Barrel Aged Gins oft wärmer und harmonischer – ähnlich wie ein milder Whisky oder ein gereifter Rum.

Bekannte Marken & Beispiele

Immer mehr Destillerien weltweit bieten eigene Reserve Gins an – jede mit individuellem Charakter:

  • Citadelle Réserve (Frankreich):
    Einer der ersten modernen Barrel Aged Gins; reift in fünf verschiedenen Fasstypen.
  • Monkey 47 Barrel Cut (Deutschland):
    Im Maulbeerholzfass gelagert; sehr komplex mit feinen Fruchtnoten.
  • Hernö Juniper Cask (Schweden):
    Reift in Fässern aus Wacholderholz – einzigartig würzig!
  • Beefeater Burrough’s Reserve (England):
    In kleinen Eichenfässern gereift; elegant mit Noten von Vanille und Gewürzen.
  • Rutte Old Tom Barrel Finished (Niederlande):
    Old Tom Stil mit zusätzlicher Fassreife; süßlich-würzig.

Auch viele Craft-Destillerien experimentieren mit lokalen Weinfässern oder ungewöhnlichen Hölzern – die Vielfalt wächst stetig!

Verwendung & Genuss-Tipps

Barrel Aged Gins sind vielseitig einsetzbar:

  • Pur genießen:
    Aufgrund ihrer Komplexität eignen sie sich hervorragend zum puren Genuss – am besten bei Zimmertemperatur im Nosingglas.
  • On the Rocks:
    Ein paar Eiswürfel bringen weitere Facetten hervor.
  • Cocktails:
    Besonders spannend in klassischen Drinks wie Negroni, Martinez oder Old Fashioned – überall dort, wo sonst Whisky oder gereifter Rum verwendet wird.
  • Signature Drinks:
    Viele Bartender entwickeln eigens auf Reserve Gins abgestimmte Cocktails.

Tipp: Wer einen Einstieg sucht, kann einen einfachen „Gin & Tonic“ mit einem milden Tonic Water probieren – so kommen sowohl die Fassnoten als auch die Botanicals zur Geltung.

Warum ist Reserve Gin so beliebt?

Die Beliebtheit von Barrel Aged Gin liegt in seiner Vielschichtigkeit: Er verbindet die Frische eines klassischen Gins mit den warmen Noten gereifter Spirituosen. Das spricht sowohl eingefleischte Gin-Fans als auch Liebhaber von Whisky oder Rum an. Zudem bietet er eine spannende Alternative für alle, die auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen sind.

Für Barkeeper eröffnet er neue Möglichkeiten beim Mixen kreativer Cocktails; für Genießer bringt er Abwechslung ins Glas – ob pur oder gemixt.

Unser Fazit

Reserve bzw. Barrel Aged Gin steht für Innovation und Handwerkskunst zugleich: Er vereint das Beste aus zwei Welten – die aromatische Vielfalt des Gins und die Tiefe fassgereifter Spirituosen. Wer Lust auf neue Genussmomente hat oder klassische Cocktails neu interpretieren möchte, sollte unbedingt einmal einen guten Reserve Gin probieren!

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